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  Vorwort  
 
Das Vorwort zu schreiben ist, wie wenn ich Sie einladen dürfte, über die Schwelle einzutreten in ein privates Haus. Man spürt sofort die Art, in der dort drin gelebt wird. Die Atmosphäre ist davon geprägt, man nimmt sie wahr im Atem.

So wie Räume atmen können, atmet auch dieses Buch. Es atmet Ehrlichkeit. Ich atme sie beim Lesen ein und werde mit der Zeit gewahr, dass ich mich selber sehe, Auge in Auge, in meinem eigenen Spiegel, erkennend, was das Leben in Liebe von mir fordert.

So ist es nichts Privates, zu dem ich eingeladen bin. Es geht um das Geschenk des Lebens, um Einzigartiges, um Allgültiges und um die Chance, die es ist, dem Lehrer zu begegnen.

Dies ist ein ganz besonderes Buch, es ist ein Buch zum Lernen. Es lässt nicht zu, dass mit ihm abgeschlossen wird, wenn es gelesen ist. Mich hat es infiziert. Es ist ein Buch mit Folgen.


Sylvia Püschel
     
  Textauszug  
 
„Zu einer gewissen Zeit wurde offensichtlich, dass ich mit meiner Mutter Frieden schliessen musste. Dass ich auch diese Beziehung zu einem Ende bringen musste.

Ein unmöglicher Gedanke, der zuerst äussersten Widerwillen in mir auslöste. Tiefste Entrüstung. Nie, nie gedachte ich, ihr zu verzeihen. Doch ein gewisser Teil in mir wusste es besser. Ihm blieb keine Wahl. Er verstand, dass ihm keine Wahl blieb. Und er brachte den Rest von mir dazu, das ebenfalls zu begreifen.

Eine bittere Zeit begann. Eine Zeit, gespickt mit Widerstand. Ich begegnete einmal mehr finsterstem Hass, der sich durch nichts untergraben liess. Zum Glück wurde mir Zeit geschenkt. Durfte ich mir Zeit gönnen. Obwohl die Zeit nicht Wunden heilt, sondern sie lediglich zudeckt - sofern ich nicht gegensteuere.

Die Arbeit des Verzeihens erwies sich als unglaublich hart. Nichts liess sich erzwingen. Weder die Aufgabe des Hasses, noch die Bereitschaft zur Liebe.

Erst als ich erschöpft meine Versuche aufgab, zeigte sich Farbe am Horizont. Entmutigt liess ich den Dingen ihren Lauf. Und siehe da: sie nahmen ihren Lauf. Obwohl nicht schmerzlos, schoben sie meine Leiden ans Licht. Und rückten sie dadurch ins richtige Licht.

Meine Mutter starb.

Sie lag auf ihrem Bett, eine Binde um den Kopf, den Rosenkranz zwischen den Fingern. Eine schmale, winzige Frau. Am Ende reichte sie mir nur noch bis zum Hals. Sie, die vordem mein Leben wie eine Riesin überschattete. Wie eine monströse Teufelin.

Ihre Hände glichen Vogelklauen. Feinen, zerbrechlichen Klauen, die nicht verletzen. Ich sah sie in Gedanken in Bewegung. Wie sie den Stoff eines Rocks berührten, den ich geschneidert hatte. Wie sie darüber hinweg strichen, fast ungläublig, wie über etwas sehr, sehr Zartes. Im Blick der Augen stand Bewunderung, Verwunderung, auch Stolz auf meine Leistung. Stand scheue Annäherung an eigenes Leiden.

Ich schaute auf meine Mutter hinunter und eine Garbe von Feuer brach aus meinem Herzen, erfasste meinen ganzen Körper. Tränen rannen über meine Wangen. Nicht Tränen der Trauer, sondern Tränen nicht zu beschreibender Freude. Nicht zu beschreibender Dankbarkeit. Unaussprechlicher Fülle. Mein Gott: wie liebte ich diese Frau!

Es war vollbracht: der Kreis geschlossen. Wie durch ein Wunder hatte die Zeit dafür gereicht. Zum Zurückgeben gereicht. Zum Danken für das Geschenk meines Lebens. Meines Lebens, so wie es war. Zum Danken ohne Vorwurf!

Es bedurfte keiner Erklärungen zwischen uns, keiner Rechtfertigungen, keiner Genugtuung. Meine Person blieb während des ganzen Prozesses aus dem Spiel.

Dadurch wurde der Weg frei von mir zur Mutter. Von Mutter zu mir. „
     
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